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DSL-Schmerzatlas

Die verfügbaren Zahlen zur Verbreitung von Schmerzen in Deutschland streuen sehr weit. Sprechen die einen Quellen von 5% der Bevölkerung, findet man bei anderen bis zu 20%.

Um hier verlässlichere Zahlen zu bekommen, hat die Deutsche Schmerzliga (DSL e.V.) als größte deutsche Patientenorganisation dieses Projekt gestartet. Wir hoffen auf zahlreiche Teilnahme, damit mit repräsentativen Daten in die politische Diskussion der Gesundheitsversorgung gegangen werden kann.

Zu diesem Zweck wurde ein Fragebogenkatalog entwickelt, der in wenigen Minuten bearbeitet werden kann (jetzt mitmachen). Damit der Fortschritt direkt verfolgt werden kann, wurde eine interaktive Karte mit der Verteilung eingerichtet (zur Karte).

DSL e.V.

Die Deutsche Schmerzliga e.V., die Organisation für Patienten mit chronischen Schmerzen, wurde von Patienten und Ärzten im Jahr 1990 als gemeinnütziger Verein gegründet.

Sie hat das Ziel, die Lebensqualität von Menschen mit chronischen Schmerzen zu verbessern. Sie vermittelt Informationen über die Möglichkeiten der modernen Schmerztherapie, über spezialisierte Therapeuten und macht sich für das Recht der Patienten auf eine kompetente Behandlung stark. Sowohl bei den politisch Verantwortlichen als auch in der Öffentlichkeit wirbt die Deutsche Schmerzliga um Verständnis für die Probleme von Menschen mit chronischen Schmerzen.

Sie möchten den Verein weiter unterstützen? Dann informieren Sie sich hier und werden Sie doch Mitglied.

Schmerzen

Was ist ein Schmerz

Die Weltschmerzorganisation International Association for the Study of Pain (IASP) definiert Schmerz als „ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird." Schmerz ist überlebenswichtig. Er dient als Warnsignal und hat die Aufgabe, den Körper zu schützen, indem er beispielweise auf eine Verletzung oder eine drohende Gewebeschädigung hinweist. In der Regel geht dem Schmerz ein Reiz voraus, er ist lokal und zeitlich begrenzt. In diesem Fall spricht man von akutem Schmerz. Wenn Schmerzen aber über einen langen Zeitraum bestehen bleiben und nicht mehr mit einem bestimmten Auslöser in Verbindung gebracht werden können, verselbstständigt sich der Schmerz und kann zur Qual für den Betroffenen werden. Dann spricht man von chronischem Schmerz.

Akuter Schmerz

Akuter Schmerz ist ein Warnsignal und ein Symptom. Er zeigt an, dass der Körper geschädigt oder verletzt wurde. Darum ist er in der Regel auf den Ort der Schädigung begrenzt. Bei einem gebrochenen Bein schmerzt ausschließlich das Bein. Die Intensität des Schmerzes hängt meist vom Ausmaß der Verletzung ab. Ein Bruch schmerzt stärker als eine leichte Prellung. Entscheidend ist: Akuter Schmerz, der Warner und Schützer, verschwindet wieder, sobald die Ursache geheilt ist.

Chronischer Schmerz

Chronischer Schmerz kann ebenfalls die Folge einer Gewebeschädigung sein, etwa bei chronischen Erkrankungen und Entzündungen (Rheuma, Krebs). Von chronischem Schmerz sprechen Fachleute dann, wenn der Schmerz seit mindestens drei bis sechs Monaten besteht und den betroffenen Patienten physisch (Mobilitätsverlust und Funktions-einschränkung), psychisch-kognitiv (Befindlichkeit, Stimmung und Denken) und sozial beeinträchtigt.

Kompliziert werden die Zusammenhänge, weil Schmerz sich im Zentralnervensystem quasi einbrennen kann. Es entsteht das so genannte Schmerzgedächtnis. Das Nervensystem ist durch ständige Schmerzreize überempfindlich geworden und reagiert danach selbst auf harmlose Reize, etwa Berührungen, mit Schmerzsignalen. Die körpereigene Schmerzkontrolle, das Endorphin-System, kann das Geschehen nicht mehr ausreichend dämpfen und kontrollieren. Darum laufen Patienten mit chronischen Schmerzen oft von Arzt zu Arzt, ohne dass eine direkte Ursache der Pein diagnostizierbar ist. Dies bedeutet aber nicht, dass die Patienten sich die Schmerzen einbilden oder Simulanten sind.

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